Druckhaltesysteme

​​​​​​​​​​​​​Druckhaltesysteme​


Mit der europäischen Normung sind vertraute nationale Normen weitestgehend im Heizungsbereich durch die EN 12828 abgelöst worden. Diese lässt ungewohnte Ermessungsspielräume in Anlagen mit einer
Absicherungstemperatur TAZ bis 110°C zu.
Ein Druckhaltesystem besteht im Wesentlichen z.B. aus einem Membran-Ausdehnungsgefäß und der Ausdehnungsleitung. Es muss in der Lage sein, Volumenschwankungen (z.B. durch temperaturbedingte Medien-Ausdehnung) so zu kompensieren, dass der zulässige Druckbereich weder unter- noch überschritten wird.

Die korrekte hydraulische Einbindung in das System spielt hierbei eine wesentliche Rolle. Am sogenannten „Druck-Nullpunkt“ wird der Druck dem System ​aufgeprägt. Hierbei werden zwei prinzipielle Einbindemöglichkeiten unterschieden:​


1. Ausdehnungsgefäß auf der Saugseite der Umwälzpumpe
Bei der  wird die Druckhaltung auf der Saugseite der Umwälzpumpe, in Heizungsanlagen im Rücklauf, installiert. Sie ist die empfehlenswerteste Lösung, da am Hochpunkt bei laufender Umwälzpumpe immer der erforderliche Überdruck garantiert ist. Außerdem wird eine lange Lebensdauer der Blase durch die geringe Temperaturbelastung im Rücklauf erreicht.
2. Ausdehnungsgefäß auf der Druckseite der Umwälzpumpe
​Bei der  wird die Druckhaltung auf der Druckseite der Umwälzpumpe eingebunden, eine Lösung für Sonderfälle wie z.B. Solaranlagen. Die Druckhaltung ist so hydraulisch immer unmittelbar mit den Kollektoren verbunden. 
Zur Dimensionierung und Auswahl von Druckhalteanlagen werden heute ComputerBerechnungsprogramme eingesetzt, die mit wenigen Eingabewerten eine optimale und sichere Produktwahl zulassen. 

Hierbei müssen bestimmte Anlagenparameter, wie Mindestdruck (p0), Anfangsdruck (pa), Enddruck (pe), max. Systemtemperatur, Druckfaktor (Df), Systeminhalt (VA), ermittelt werden.​


Abb. 90: Einbindemöglichkeiten von Druckhalteanlagen in Heizungssystemen


Abb. 91: Übliche Rohrverlegung innerhalb einer Betondecke für ein Verwaltungs-
gebäude. Neben der Druckhaltung sind die Anforderungen an Entgasung, ​Abschlammung und hydraulischen Abgleich hoch. 


In Anlagen, in denen Kompressor- oder Pumpendruckhalteanlagen eingesetzt werden bzw. in Anlagen mit TAZ >100°C, müssen entsprechende Zuschläge vorgenommen werden.

Die Laständerungsgeschwindigkeit innerhalb einer Anlage ergibt sich gemäß Anwendung der EN 12828 bei tmax = 100 °C mit 0,68 l / kWh. Sie ist maßgebend für die Dimensionierung der Ausdehnungsleitung und der Druckdiktiereinrichtungen.

Der Druckverlust innerhalb der Ausdehnungsleitung darf nicht zum Auslösen von Sicherheitseinrichtungen führen. Bei Kühlanlagen reicht bei entsprechend niedrigeren Temperaturen ein Wert von 0,4 l / kWh.

Die optimale Systemwahl einer Druckhalteanlage richtet sich nach vielen Kriterien. Unumstritten ist die konsequente Geschlossenheit zur Atmosphäre. Dies wird am besten erreicht, durch den Einsatz von Blasenmembranen aus Butylkautschuk, die gegenüber sonst verwendeten Materialien mindestens 5 mal dichter sind.

Aus Budgetgründen werden heute oft kombinierbare Systeme mit Entgasung und Nachspeisung eingesetzt. Berechnungsprogramme der Hersteller wählen kostenoptimiert das individuell beste System aus. Es sind Kombinationsgeräte oder Einzelaggregate für Druckhaltung, Nachspeisung und Entgasung erhältlich.

Ein entscheidendes Kriterium für die Qualität eines Membranausdehnungsgefäßes ist der Vordruckverlust über die Membrane. Hoher Vordruckverlust durch die Membran-Qualität bedingt, führt zu Lufteintrag ins System und Korrosion.​






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Abb. 92: Verschiedene Druckhaltungssysteme: 
1. Ausdehnungsgefäß mit fester Gasfüllung; 
2. Kompressorautomat ( Compresso);
3. Pumpendruckhalteanlage (Transfero).
Abb. 93: Vordruckverlust von Aus-
dehnungsgefäßen nach Messungen eines unabhängigen Institutes​​​


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