Hydraulische Grundschaltungen: Umlenkschaltung

​​​Umlenkschaltung


  • Differenzdruck am Verteiler erforderlich
  • Wassermenge primär konstant
  • Wassermenge sekundär variabel
  • Temperatur beim Verbraucher konstant
​Anwendung:
Vorheizregister, Kühlregister, Zonenregelung
​Vorteile:
​Konstante Wassermenge primärseitig, daher keine leistungsgeregelten Pumpen erforderlich. Autorität des Regelventils nur vom Widerstand der Last abhängig. Keine Beeinflussung durch den Differenzdruck am Montageort. Auslegung des Regelventils kann unabhängig vom Einbauort erfolgen.​
​Nachteile:
Immer volle Primärtemperatur am Verbraucher anliegend. Permanente Rücklaufanhebung, daher nicht für Fernwärme und Anlagen mit Brennwertkessel
geeignet. Leistung der Primärpumpe bleibt gleich.​


Funktion
Diese Schaltung stellt eine Abwandlung der Drosselregelung dar. Durch den Einsatz eines Dreiwegeventils im Rücklauf wird die Wassermenge auf der Primärseite konstant. Der Volumenstrom V· P wird entweder über den Verbraucher oder je nach Stellung des Dreiwegeventils über den Bypass geleitet. 

Bei stetiger Regelung sind auch alle Zwischenpositionen möglich. Damit die Wassermengen zu jedem Verbraucher gelangen können, ist es wichtig, die Primärwassermenge qP mit dem STADP Ventil einzuregulieren. Da jedoch bei hohem Verbraucherwiderstand (Widerstand des Verbrauchers > 0,25 · Δp) ein großer Unterschied zwischen Widerstand im Verbraucherkreis zu Widerstand im Bypass herrscht, würde im Teillastbereich die Wassermenge sofort sprunghaft ansteigen, da der Widerstand des Verbrauchers wegfällt. Das Regelventil könnte ebenfalls nicht mehr im gesamten Hubbereich arbeiten, da die Widerstände über den beiden mengenvariablen Toren unterschiedlich sind. Um dieses Problem zu lösen, ist es in diesem Fall wichtig, das Einregulierungsventil STADB im Bypass
zu installieren. Mit dem Einregulierungsventil STADP wird der gleiche Widerstand in der Bypassstrecke
und im Verbraucherkreis aufgebaut.Dadurch kann das Dreiwegeventil über dem gesamten Regelbereich gleichmäßig und exakt regeln.

Da die Autorität des Regelventils nur vom Widerstand in der mengenvariablen Strecke abhängt, ist die Dimensionierung des Dreiwegeventils relativ einfach. Der Druckverlust des Dreiwegeventils ΔpV muss mindestens gleich groß sein wie der Druckverlust des Verbrauchers ΔpL. Bei der Dimensionierung des Dreiwegeventils ist es nicht notwendig, den genauen Einbauort bzw. den entsprechenden Differenzdruck ΔH zu kennen. Die Anpassung an den zur Verfügung stehenden Differenzdruck ΔH wird mit dem Einregulierungsventil STAPP vorgenommen.

Δp = ΔpSTAD + ΔpL + ΔpV

Dimensionierung Regelventil
ΔpV ≥ ΔpL, damit a ≥ 0,5 (Autorität)
Formel S. 34_1.JPG

Dimensionierungsbeispiel
Formel S. 34_2.JPG


ch der Reynardreihe. Zur Verfügung steht nach der Reynardreihe Kvs: 10,0 oder 16.
Da bei kv = 16 der Druckverlust ΔpV kleiner ist als ΔpL, wird Kvs = 10 gewählt.
Formel S. 34_3.JPG

Die Differenz ΔH - ΔpV - ΔpL = 70 - 33 - 25 = 12 kPa muss im STADP abgebaut werden.
Formel S. 34_4.JPG
​Bei einem STAD 2” ergibt dies Handradposition 2,53.

Einregulierung
  • Öffnen des Regelventils A-AB.
  • gsventils STADP einstellen. Diese Einregulierung muss bei verzweigten Netzen als Teil der Diagnose- oder Kompensationsmethode angesehen werden.
  • Schließen des Regelventils B-AB.
  • Durchfluss am STADP messen und das STADB solange schließen, bis die gewünschte Durchflussmenge erreicht wird.
Umlenkschaltung.JPG

Abb. 51: Umlenkschaltung​

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