Leistungsgeregelte Pumpen: Anlagenfunktion

​​​​​Leistungsgeregelte Pumpen - Auswirkung auf die Anlagenfunktion


In Deutschland ist die Energieeinsparverordnung EnEV gültig. Speziell der Passus, dass ab einer kesselleistung von 25 kW Pumpen mit einer Leistungsanpassung verwendet werden müssen, hat dazu geführt, dass nunmehr bei fast allen Anlagen bei der Planung drehzahlgeregelte Pumpen zum Einsatz kommen. Von seiten der Pumpenindustrie wird diese Tendenz noch gefördert, da man sich hier speziell auf diese Energieeinsparverordnung beruft. Man hebt aufgrund der Tatsache, dass eine Leistungsanpassung gefordert wird, nun die Vorteile der leistungsgeregelten Pumpen hervor.

Diese haben, und das steht sicher außer Zweifel, viele Vorteile. Zum anderen sind damit auch Nachteile verbunden, die in der Praxis in den Anlagen zu Problemen führen können. Speziell hier wird auch der Planer und Ausführende von seiten der Pumpenindustrie des Öfteren im Unklaren gelassen. Es stehen Aussagen im Raum, wie z. B. eine drehzahlgeregelte Pumpe würde hydraulische Probleme beheben, Differenzdruckregler seien nicht mehr notwendig und auch der hydraulische Abgleich nach EN 14336 oder DIN 18380 sei eine Sache der Vergangenheit. Leider ist dies nicht der Fall. Es wäre sicher sehr einfach, die Anlagenprobleme nur zentral mit einer geregelten Pumpe zu lösen und auf das restliche Netz ganz einfach zu vergessen. Die Tücke steckt wie immer im Detail. Wir betrachten im Folgenden verschiedene Anwendungen.

In der Praxis sind mengenkonstante und mengenvariable Systeme anzutreffen. Die Anpassung der Pumpenleistung kann entweder mit stufengeschalteten oder − wie von der Pumpenindustrie in den letzten Jahren sehr stark forciert − mit stufenlos leistungsgeregelten Pumpen erfolgen. Bei stufenlos leistungsgeregelten Pumpen ist eine Unterscheidung in drei Gruppen gegeben. Zum einen kann die Differenzdruckmessung in oder an der Pumpe erfolgen. In diesem Fall wird die Förderhöhe der Pumpe konstant gehalten. Zum anderen kann die Pumpe mit Hilfe eines externen Differenzdruckfühlers geregelt werden. 

Als dritte Möglichkeit hat sich in letzter Zeit die sogenannte Regelung der Pumpe nach der Anlagenkennlinie etabliert. In den folgenden Kapiteln werden wir im Detail auf die verschiedenen Möglichkeiten eingehen.

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Abb. 37: Pumpendiagramm​


Mengenkonstantes System


Vielfach wird die Meinung vertreten, mengenkonstante Systeme wären in der Praxis nicht mehr anzutreffen. Dies ist sicher der Fall, wenn man Zweirohrheizungen mit Thermostatventilen bzw. Fußbodenheizungen mit Einzelraumregelungen betrachtet. Die klassische Einrohrheizung ist jedoch bedingt durch den Bypass und den Radiator praktisch mengenkonstant. Darüberhinaus gibt es eine Vielzahl von Anwendungen, speziell in der Lüftungstechnik oder bei Fancoil Geräten, wo mit Dreiwegeventilen und der sogenannten Umlenkschaltung eine konstante Wassermenge in der Verteilung
erreicht wird.
Bei dieser klassischen Umlenkschaltung wird durch das Dreiwegeventil im Rücklauf des Verbrauchers der Volumenstrom entweder über den Verbraucher oder über den Bypass geleitet. Bei einem stetig regelnden Ventil sind zwischen diesen zwei Endpositionen auch alle Zwischenpositionen erreichbar. Dadurch ergibt sich für jeden Verbraucherkreis eine konstante Wassermenge. Das bedeutet jedoch im Gegenzug auch, dass die Fördermenge der Pumpe praktisch konstant bleibt. Für diese Anlage eine leistungsgeregelte Pumpe einzusetzen, wäre Unsinn. Dadurch dass die Wassermenge immer konstant ist, ändert auch die Pumpe ihren Betriebspunkt nicht. Da der Betriebspunkt konstant ist, könnte auch eine Leistungsregelung nicht eingreifen. Diese Investition wäre hier hinausgeworfenes Geld. Die Anlage würde zwar funktionieren, man hätte aber keinen Nutzen.

Bei dieser Schaltung ist aufgrund der konstanten Verhältnisse natürlich auch der Einsatz von Differenzdruckreglern nicht sinnvoll. Die Wassermenge für jeden einzelnen Verbraucher kann einfach mit einem Strangregulierventil im mengenkonstanten Teil des Verbraucherkreises eingestellt werden. Die Dimensionierung des Dreiwegeventils erfolgt nach dem mengenvariablen Teil, das heißt, in diesem Fall nach dem Druckverlust des Verbrauchers. Der Druckverlust des Strangregulierventiles sitzt jedoch im mengenkonstanten Teil und ist bei der Berechnung der Ventilautorität außer Acht zu lassen. Dadurch ergibt sich der Vorteil, dass jedes Dreiwegeventil nur nach dem Verbraucher dimensioniert werden muss.

Speziell bei einer Vorprojektierung kann das richtige Regelventil bereits ausgewählt werden, ohne dass noch exakt der Differenzdruck von den Versorgungsleitungen her bekannt ist. Die Anpassung erfolgt in diesem Fall, wie schon genannt, durch das Regulierventil. Speziell bei dieser Umlenkschaltung ist die Verwendung eines Regulierventiles im Bypass notwendig, um die richtige Funktion des Dreiwegeventils
zu gewährleisten. 
Wie Sie in unserem Beispiel sehen, hat der Verbraucher (z. B. Fan-Coil) einen Widerstand von 10 kPa. Wird nun die Anlage auf Volllast einreguliert, so wird sie ohne Probleme funktionieren. Schalten nun z. B.
einzelne Ventile am Beginn des Kreises ab, wenn keine Leistung mehr benötigt wird, so fällt plötzlich der Widerstand des Verbrauchers weg, da die Bypassleitung alleine praktisch druckverlustlos ist. In diesem Fall würde mit dem zur Verfügung stehenden Differenzdruck die Gesamtwassermenge ansteigen. Zu hohe Wassermengen in einem Teil führen jedoch automatisch dazu, dass in anderen Anlagenteilen die Wassermenge zu gering wird. Dies ist auch in diesem Beispiel der Fall. Durch den „Kurzschluss“ in einzelnen Kreisen kommt es zu einer Unterversorgung in anderen Bereichen. Man ist plötzlich im Teillastbereich nicht mehr in der Lage, die Leistung für einzelne Gruppen aufrechtzuerhalten.
Dies verwundert, da man meist geneigt ist zu glauben, dass Probleme der Anlage nur im Volllastbereich auftreten. In der Praxis sind jedoch Probleme bei Teillast wesentlich häufiger anzutreffen als bei einer Anlage, die mit 100 % Leistung arbeitet. Das eben geschilderte Problem kann durch die Installation eines Strangregulierventils im Bypass beseitigt werden. Dadurch dass man im Bypass den gleichen Widerstand wie im Verbraucherkreis aufbaut, wird auch bei Wegschalten des Regelventils der Kreiswiderstand konstant gehalten, damit wird auch die Wassermenge des Kreises und keine Störung der einzelnen Verbraucher untereinander erfolgen.
Es ist jedoch darauf zu achten, dass bei Verbrauchern, die praktisch keinen Innenwiderstand haben, nicht durch einen Widerstand im Bypass dann der gegenteilige Effekt erzielt wird. Das heißt also, der Widerstand im Verbraucherkreis muss gleich hoch sein wie der Widerstand in der Bypassstrecke. Unter diesen Gegebenheiten können natürlich auch dann Regelventile den vollen Ventilhub ausnutzen. Die Regelgenauigkeit wird entsprechend besser. Von manchen Pumpenfirmen wird auch bei mengenkonstanten Systemen eine Leistungsanpassung der Pumpe propagiert. In diesem Fall wird nicht der Differenzdruck als Regelkriterium herangezogen, sondern der Temperaturunterschied zwischen Vor- und Rücklauf. Die Argumentation, dass eine Anlage, wenn sie auf Volllast läuft, eine Spreizung von
20 K aufweist und dann die 
volle Pumpenleistung notwendig wird, ist sicher richtig.

Die Argumentation, dass sich bei 50 % Last die Spreizung halbiert, da ja die halbe Wassermenge über den Verbraucher und die andere Hälfte über die Bypassstrecke fließt, ist ebenfalls richtig. Nur davon auszugehen, dass man in diesem Fall auch die Gesamtwassermenge im System reduzieren kann, um die Spreizung wieder auf dem gewünschten Niveau zu halten, ist sicher kritisch. Diese Argumentation wäre dann richtig, wenn alle Verbraucher gleichmäßig nur 50 % Leistung benötigen würden. Aufgrund des Proportionalitätsgesetztes wird auch bei verringerter Wassermenge die prozentuelle Wassermengenverteilung im Netz unverändert bleiben.

Nehmen wir aber folgendes Szenario: In einem Einkaufszentrum schließen um 18.00 Uhr die Geschäfte. Die Regler sind auf Nachtabsenkung programmiert und so schließen die Ventile und es wird keine Heizleistung mehr benötigt. Im selben Objekt sind jedoch auch Restaurants vorhanden, die noch mit voller Leistung arbeiten. Diese Regelkreise brauchen die volle Leistung und damit auch die volle Durchflussmenge. Würde man nun die Pumpe nach der Temperaturspreizung regeln und die Wassermenge reduzieren, könnte man in diesen Kreisen die Leistung nicht mehr erbringen. Das heißt,
50 % Leistung kann bedeuten, alle Verbraucher haben nur mehr 50 % Leistungsbedarf oder 50 % brauchen nichts und 50 % benötigen 100 % Leistung. Aus diesem Fall ist speziell bei solchen Systemen besonders darauf zu achten, wie die Gleichzeitigkeit in der Anlage gegeben ist.
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Abb. 38: Konstante Durchflussmenge. 


Mengenvariables System mit ungeregelter Pumpe

Wenn wir nun ein ähnliches System wählen, wobei wir die Dreiwege- durch Zweiwegeventile ersetzen, so erhalten wir automatisch ein mengenvariables System. Dadurch dass der Bypass nicht mehr vorhanden ist, wird die Wassermenge für den Verbraucherkreis variabel. In diesem Fall ändern sich natürlich auch die Differenzdrücke für jeden Verbraucherkreis je nach Betriebspunkt der Pumpe.

Betrachten wir nun den Fall, dass die Anlage für 100 % Last einreguliert wurde. In diesem Fall wird von manchen Experten propagiert, dass zusätzlich zu den Regelventilen keine Einregulierungsventile notwendig sind. Diese würden die Autorität des Regelventils verschlechtern und somit die Gesamtfunktion der Anlage negativ beeinflussen. Diese Argumentation ist auf den ersten Blick zwar
richtig, auf den zweiten jedoch falsch. 

Aufgrund der Tatsache, dass Regelventile in abgestuften Kvs-Werten angeboten werden, kann nicht für jeden Anwendungsfall das optimale Ventil gefunden werden. Nehmen wir nun den Fall an, dass für die gewünschte Wassermenge und den zur Verfügung stehenden Differenzdruck rein rechnerisch ein Kvs-Wert des Regelventiles von 5 erforderlich ist. Gemäß der Reynard-Reihe sind Ventile mit einem Kvs-Wert von 4 bzw. 6,3 verfügbar. Wählt man das Ventil mit dem Kvs-Wert von 4, ist mit dem zur Verfügung stehenden Differenzdruck die gewünschte Wassermenge nicht mehr zu erzielen. Aus diesem Grund muss das nächst größere Ventil, in unserem Beispiel mit dem Kvs-Wert von 6,3, gewählt werden. Dieses Ventil wird im Teillastgebiet sicher gut funktionieren. Die Problematik der Anlage besteht jedoch bei der Morgenaufheizung. Dadurch, dass in jedem Verbraucherkreis ein Ventil verwendet wird, dessen Kvs-Wert eigentlich zu groß ist, wird bei voll geöffnetem Ventil ein höherer
Volumenstrom erreicht, als dies erforderlich wäre. Bei der Morgenaufheizung, wenn die
Regelabweichung sehr groß ist, werden alle Ventile über dem Auslegungsbereich geöffnet haben.
All diejenigen Regelgruppen, die nahe bei der Pumpe sitzen, werden eine zu große Durchflussmenge aufweisen.

Wie schon eingangs erwähnt, wird es, wenn einzelne Kreise überversorgt werden, auch andere Kreise geben, die eine zu geringe Durchflussmenge aufweisen. In diesem Fall wird dann die Morgenaufheizung länger dauern bzw. es werden Anlagenteile unterversorgt. Dieses Problem kann durch das Regulierventil in Serie behoben werden. Die Anlage wird so einreguliert, dass bei voll geöffneten Regelventilen mit dem Regulierventil eine Mengenbegrenzung erzielt wird. Wie ersichtlich ist, ist durch den Serienwiderstand des Regelventils zwar in der Theorie die Autorität verschlechtert, in der Praxis wird jedoch der nutzbare Regelbereich des Ventils sogar vergrößert und die Regelgenauigkeit erhöht. Das heißt, in diesem Fall hat das Regulierventil nur eine Funktion bei vollgeöffneten Regelventilen. Im Teillastgebiet ist die Funktion des Regulierventils nicht mehr gegeben, da der Druckverlust bei verringerter Wassermenge natürlich auch praktisch vernachlässigbar wird. 

Nehmen wir nun den Fall 50 % Last. Aufgrund der Tatsache, dass bei 50 % Last die Gesamtwassermenge nur mehr ein Viertel ist, ändert die Pumpe ihren Betriebspunkt. Der Punkt wandert von A entlang der Pumpenkennlinie auf den Punkt B. Dadurch wird zwar die gesamte geförderte Wassermenge reduziert, der gesamte Differenzdruck steigt jedoch an. Wie nun in der Abbildung auf Seite 21 ersichtlich ist, ist der Druckanstieg am Beginn des Systemes prozentuell geringer als am Ende. 

Viele Praktiker sind der falschen Meinung, dass der Druckanstieg im gesamten Netz gleich groß wäre. Dieser Unterschied ist aufgrund der Tatsache zu erklären, dass die Rohrreibung nicht linear mit der Wassermenge zu- oder abnimmt. Wie in einem Ventil ist auch bei der Rohrreibung annähernd das Verhältnis quadratisch. Das heißt, bei doppelter Wassermenge durch das Rohr wird der Druckverlust pro Meter annähernd viermal so groß, bei halber Wassermenge ist er nur mehr ein Viertel.

Dadurch dass die Rohrreibung bei reduzierter Durchflussmenge im System nun sehr stark abnimmt, wird auch der Druckanstieg bei allen Verbrauchern, die weiter weg von der Pumpe situiert sind, wesentlich stärker erfolgen, als dies bei nahe gelegenen Kreisen der Fall ist. Wie in unserem Beispiel
ersichtlich, muss geklärt werden, ob dieser Druckanstieg durch die Regelventile aufgenommen werden kann. Problematisch wird die Situation beim Einsatz von Thermostatventilen. Thermostatventile können ab einem Differenzdruck von mehr als 15 kPa 
bereits Geräusche entwickeln. Um dieses Phänomen zu beseitigen, müssen dezentrale Druckstabilisierungsmaßnahmen erfolgen. Dies kann entweder über dezentral angeordnete
Überströmventile oder besser durch Differenzdruckregler erfolgen.

Da die meisten Anlagen nach diesem Prinzip gebaut wurden und es hier Probleme gibt, ist man natürlich geneigt zu sagen, der Einsatz einer drehzahlgeregelten Pumpe wird diese Probleme lösen. Leider ist dies nicht immer der Fall. In vielen Anlagen wird eine Besserung des Phänomens eintreten,
in anderen Anlagen jedoch nicht. Der Grund dafür ist nachfolgend beschrieben.

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Abb. 39: Variable Durchflussmenge - ungeregelte Pumpe.​

Mengenvariables System mit leistungsgeregelter Pumpe

​1. Pumpe mit integriertem Differenzdruckfühler
In den letzten Jahren sind sogenannte elektronische Pumpen besonders aktuell geworden. Diese einfach zu installierenden und auch in Relation kostengünstigen Pumpen bieten mehrere Vorteile. Die Förderhöhe
kann relativ einfach mit einem Potentiometer eingestellt werden und die Pumpe hält ohne externe Verdrahtung diese Förderhöhe konstant. Dies basiert auf der Tatsache, dass in der Pumpe die Drehzahl und die Stromaufnahme gemessen werden. Aufgrund dieser beiden Daten kann ein Rechner den Arbeitspunkt der Pumpe ermitteln. Eine Differenzdruckmessung wird in den meisten Fällen nicht erfolgen. Dies hat jedoch für die hydraulische Funktion keine Auswirkung.

Wird nun der Differenzdruck an der Pumpe, sprich am Beginn des Netzes, konstant gehalten, so wird unter jedem Lastpunkt, das heißt auch bei 50 % Last, dieser Differenzdruck unverändert bleiben. Wenn man nun der Meinung ist, dass diese konstanten Verhältnisse überall im Netz herrschen, so wird man leider enttäuscht. Auch in diesem Fall ist die Rohrreibung des Systems der entscheidende Faktor. Bei halber Durchflussmenge ist auch hier der Druckverlust nur mehr rund ein Viertel. Das heißt, an den letzten Verbrauchern im System wird nach wie vor der Differenzdruck ansteigen, was wiederum zu Geräuschproblemen führen kann. Bei kleinen Durchflussmengen (z. B. auch bei wesentlich überhöhter Vorlauftemperatur) kann es dazu kommen, dass der Differenzdruck am Ende des Systems praktisch gleich hoch wird, wie die an der Pumpe eingestellte Förderhöhe. 
Die Dimensionierung der Regelventile erfolgt hier ebenfalls gemäß der Autorität. Das heißt, der Druckverlust des Regelventils soll mindestens genauso hoch sein wie der der zu regelnden Strecke. In diesem Fall erzielt man eine Autorität von mindestens 0,5. Das heißt, es muss das Regelventil dem Einbauort des Systemes angepasst werden. Hat man nun, wie in unserem Beispiel (Abb. 41), am ersten
Verbraucher einen Differenzdruck von 100 kPa zur Verfügung und der Verbraucherkreis hat einen Widerstand von 10 kPa, so kann das Regelventil ohne Probleme auf einen Druckverlust von 90 kPa ausgelegt werden. Am Ende des Netzes, wo die Differenzdrücke nicht mehr so hoch sind, wird das
Regelventil bei Volllast auf einen Druckverlust von 25 kPa ausgelegt. Bei Teillast steigt der Differenzdruck an. In diesem Fall muss das Regelventil entsprechend schließen, um den erhöhten Differenzdruck zu kompensieren. Dies wird normalerweise bei guten Regelventilen kein Problem sein.
Kann jedoch das Regelventil nicht entsprechend reagieren, wird natürlich durch den ansteigenden Differenzdruck auch die Wassermenge im Sekundärsystem ansteigen. Das heißt, die zentral eingesetzte Drehzahlregelung kann die dezentralen Probleme nicht beeinflussen. Wenn man nun den Stromverbrauch der verschiedenen Systeme betrachtet (bei gleichen Leistungen), wird man erkennen, dass ein mengenkonstantes System natürlich über das Jahr gesehen, den höchsten Leistungsbedarf der Pumpe, aufweist. Hat man das gleiche System und verwendet eine drehzahlkonstante Pumpe bei mengenvariablen Verbraucherkreisen, so wird, obwohl der Differenzdruck ansteigt, aufgrund der
Tatsache, dass die Menge sinkt, auch der gesamte Leistungsbedarf der Anlage sinken. Verwendet man nun eine leistungsgeregelte Pumpe, so erfolgt erneut eine Reduktion des Strombedarfs. Hat man nun ein System, bei dem der Differenzdruck nicht am Beginn sondern am Ende gemessen und konstant
gehalten wird, kann noch eine zusätzliche Stromersparnis erzielt werden.

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​​​Abb. 40:
Veränderung der Ventilkennlinie bei verschiedenen Abgleichverfahren
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​Abb. 41: 
Variable Durchflussmenge mit leistunggeregelter Pumpe. Druck wird bei der Pumpe konstant gehalten.
2. Pumpe mit externem Differenzdruckfühler
In diesem Fall wird durch einen externen Differenzdruckfühler der Druck z. B. am Ende des Systems gemessen. Dieser Druck wird an die Steuerelektronik weitergeleitet und diese hält mit Hilfe der Drehzahlregelung der Pumpe den Druck am Ende des Systems konstant. Dass diese Installationsart
aufgrund der Tatsache, dass ein externer Fühler verwendet werden muss und natürlich auch ein entsprechender Verdrahtungsaufwand besteht, teurer kommt, liegt auf der Hand. Vielfach ist man jedoch geneigt, dieses System zu verwenden, da es zusätzliche Stromersparnis für die Pumpe mit sich bringt.

Wie sieht es jedoch bei einer Anlage aus, die  auf konstantem Differenzdruck am Beginn dimensioniert wurde und bei der man nun den Differenzdruckfühler am Ende montiert? Wird sie funktionieren?
Es ist anzunehmen, dass sich sehr viele Fachleute in unserer Branche über diese Thematik noch gar nicht den Kopf zerbrochen haben. Man wird sicher geneigt sein zu sagen, es spielt keine Rolle, wo man den Differenzdruck konstant hält. Dies ist leider nicht der Fall. Werden die Ventile für einen konstanten Differenzdruck am Beginn des Systems ausgelegt und ändert man das System um, indem man nur den Messort verändert, so wird es in der Praxis zu großen Problemen kommen.


3. Wie kann das möglich sein?
Dadurch dass nun am Ende des Systems der Differenzdruck konstant gehalten wird, wird die Pumpe nur bei Vollast die maximale Förderhöhe erreichen. Im Teillastgebiet wird aufgrund der Tatsache, dass nun die
Rohrreibung reduziert wird, die erforderliche Druckhöhe geringer sein, um den gleichen Differenzdruck am Ende des Systems zu erhalten wie bei Volllast. Hat man nun z. B. das erste Ventil im Kreis auf Volllast, in unserem vorigen Beispiel auf 90 kPa, ausgelegt und man erreicht bei Teillast nur mehr 50 kPa, so kann auch das voll geöffnete Ventil nicht mehr in der Lage sein, die gewünschte Wassermenge zum Verbraucher zu leiten. Das heißt, wenn im Teillastgebiet einzelne Verbraucher die volle Leistung benötigen,
ist eine zufriedenstellende Versorgung der Anlage nicht mehr gewährleistet. Wird eine Anlage mit einem Druckfühler am Ende errichtet, müssen die Regelventile nach dem Differenzdruck am Ende des Systems
dimensioniert werden. Das heißt, sollte im Teillastgebiet der Differenzdruck am Beginn des Systems annähernd dem ausgeregelten Druck am Ende entsprechen, kann noch immer bei voll geöffnetem Ventil die Nennwassermenge erreicht werden. Für die Projektierung ist diese Installationsmethode sogar einfacher, da alle Regelventile auf einen konstanten Differenzdruck ausgelegt
werden können und eine Beachtung des Einbauortes für die richtige Dimensionierung des Ventils nicht erforderlich ist. Steigt nun bei Volllast der Druck für die Regelgruppen an, wird das Motorventil
schließen müssen, um die Wassermenge für den Kreis auf dem gewünschten Wert zu halten. Auch hier ist in der Praxis beim Einsatz von Thermostatventilen eine dezentrale Differenzdruckregelung notwendig (Differenzdruckregler), um die Druckverhältnisse für die Thermostatventile im gewünschten Bereich zu halten.

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Abb. 42: ​Variable Durchflussmenge - geregelte Pumpe. Der Differenzdruck wird am Ende des Systems konstant gehalten.

4. Regelung nach Anlagenkennlinie
Die Regelung der Pumpe nach der Anlagenkennlinie ist sicher etwas problematisch. Zum einen muss die Steuerelektronik der Pumpe auf die Erfordernisse der Anlage ausgelegt sein, zum anderen ist es unmöglich mit den momentan verwendeten Antriebsmotoren die Wassermenge wirklich bis gegen Null zu regeln. Betrachten wir normale Heizungsanlagen, so wird die Vorlauftemperatur im Regelfall gemäß der Außentemperatur geregelt.

Wird nun zusätzlich die Wassermenge der Anlage mitbeeinflusst, so haben wir zwei Regelparameter, die sich auf die Wärmeabgabe der Heizkörper auswirken. Zum einen beeinflusst die Vorlauftemperatur die Wärmeabgabe, zum anderen die erzielbare Durchflussmenge. Die Pumpenregelung nach der
Anlagenkennlinie wird auch dann sicher funktionieren, wenn in der Anlage einigermaßen gleichmäßige Verhältnisse vorherrschen.

Sind jedoch an einer Regelgruppe sowohl ein Nord- als auch ein Südkreis vorhanden, kann es bereits zu Problemen kommen. Schließen aufgrund von Sonneneinstrahlung im Südteil der Anlage die Thermostatventile, so wird die gesamte Wassermenge reduziert. Die Pumpe würde ebenfalls die Förderhöhe reduzieren. Wenn jedoch im Nordteil nach wie vor der volle Leistungsbedarf erforderlich ist, kann eine sichere Beheizung der Anlage nicht mehr gewährleistet werden. 

Ebenso ist es in diesem Fall notwendig, die Heizkurve am Regelgerät anders einzustellen als dies bei einer konventionellen Pumpenausführung der Fall wäre. Dadurch, dass Menge und Temperatur gleichzeitig variiert werden, muss im Teillastgebiet die Heizkurve etwas angehoben werden, um bei verringertem
Heizmittelstrom die gewünschte Heizleistung zu erzielen.
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Leistungsgeregelte Pumpen: Anlagenfunktion